Der wich­tigs­te Anti­kör­per, der vom Kör­per pro­du­ziert wird, ist das Immun­glo­bu­lin A (IgA). Er bie­tet Schutz vor Krank­heits­er­re­gern, in dem er ver­hin­dert, dass sich die­se Orga­nis­men fest­set­zen und ver­meh­ren. Die­se Anti­kör­per befin­den sich u.a. im Spei­chel und den Gewebs­flüs­sig­kei­ten.

Aktu­el­le Stu­di­en haben einen Zusam­men­hang zwi­schen Stress und der Anzahl von Anti­kör­pern in den Gewebs­flüs­sig­kei­ten fest­ge­stellt. Es zeig­te sich, dass bei erhöh­tem Stress­le­vel (ent­we­der wahr­ge­nom­me­ner Stress oder durch kör­per­li­che Akti­vi­tät her­vor­ge­ru­fen), die Anzahl der IgA-Anti­kör­per redu­ziert war.

Die Men­ge an sekre­to­ri­schem Immun­glo­bo­lin A (sIgA), also im Spei­chel oder in Gewebs­flüs­sig­kei­ten vor­kom­mend, kann auch als Mar­ker für die Stär­ke des Immun­sys­tems ange­se­hen wer­den – je höher die sIgA-Kon­zen­tra­ti­on, des­to gerin­ger ist das Risi­ko einer Infek­ti­on der obe­ren Atem­we­ge.

Auch bei sta­tio­nä­ren Pati­en­ten ist dies von Bedeu­tung. Beson­ders Pati­en­ten, die beatmet wer­den und dadurch kör­per­li­chem Stress aus­ge­setzt sind, haben ver­rin­ger­te sIgA-Kon­zen­tra­tio­nen. Bei Pati­en­ten der Inten­siv­pfle­ge zeig­te sich ein erhöh­tes Risi­ko für nos­o­ko­mia­le Infek­tio­nen (im Kran­ken­haus erwor­ben)  bei nied­ri­gen sIgA-Kon­zen­tra­tio­nen.

Inner­halb der letz­ten 30 Jah­re wur­den zahl­rei­che Stu­di­en durch­ge­führt, um den Ein­fluss osteo­pa­thi­scher Tech­ni­ken auf die Immun­ant­wort zu unter­su­chen. Dabei zei­gen frü­he­re Stu­di­en Hin­wei­se auf eine ver­bes­ser­te Immun­ant­wort nach osteo­pa­thi­scher Behand­lung mit lympha­ti­schen Pump-Tech­ni­ken. Neue­re Stu­di­en hin­ge­gen konn­ten kei­ne signi­fi­kan­te Ver­än­de­rung von Anti­kör­per-Kon­zen­tra­tio­nen im Spei­chel im Ver­gleich zu Kon­troll­grup­pen fest­stel­len.

Auf­grund die­ser unkla­ren Stu­di­en­la­ge unter­such­ten ame­ri­ka­ni­sche Wis­sen­schaft­ler in einer ran­do­mi­sier­ten Stu­die, ob eine osteo­pa­thi­sche Behand­lung die sIgA-Kon­zen­trti­on im Spei­chel bei gestress­ten Per­so­nen erhö­hen kann. Dazu unter­such­ten Sie 25 gesun­de Stu­den­ten, die sich weni­ge Wochen vor einer wich­ti­gen Prü­fung befan­den und dadurch erhöh­tem Stress aus­ge­setzt waren. Die­se 25 Stu­den­ten wur­den zufäl­lig ent­we­der in die Expe­ri­men­tal- oder die Kon­troll­grup­pe ein­ge­teilt.

Am Tag des Expe­ri­ments gaben alle Pro­ban­den eine Spei­chel­pro­be ab, nach­dem sie in 2 Grup­pen auf­ge­teilt wur­den. Die Expe­ri­men­tal­grup­pe wur­de 20 Minu­ten lang mit fol­gen­den Tech­ni­ken behan­delt: OA-Release (5 Min), Anhe­ben der Rip­pen (5 Min), lympha­ti­sche Tho­rax­pum­pe (10 min) (eine genaue­re Beschrei­bung der Tech­ni­ken fin­det sich im Arti­kel). Alle Pro­ban­den wur­den gleich­zei­tig von jeweils einem Osteo­pa­then behan­delt. Im Gegen­satz dazu saßen die Pro­ban­den der Kon­troll­grup­pe wäh­rend­des­sen 20 Minu­ten lang ent­spannt in einem ruhi­gen War­te­be­reich. Danach ruh­ten die Pro­ban­den bei­der Grup­pen für eine wei­te­re Stun­de, wonach die zwei­te Spei­chel­pro­be genom­men wur­de.

Die Ergeb­nis­se zeig­ten eine   Erhö­hung der sIgA-Kon­zen­tra­ti­on   in bei­den Grup­pen. Die­se Ver­än­de­rung war jedoch unter­schied­lich stark aus­ge­prägt: in der Kon­troll­grup­pe erhöh­ten sich die sIgA-Wer­te um 32 %, in der Expe­ri­men­tal­grup­pe dage­gen   um 139 %, die­ser Unter­schied war sta­tis­tisch signi­fi­kant. Die Autoren schlie­ßen dar­aus, dass durch osteo­pa­thi­sche Behand­lung das Immun­sys­tem bei gestress­ten – gesun­den – Per­so­nen gestärkt wer­den kann. Somit ist dies also beson­ders inter­es­sant, wenn die Tem­pe­ra­tu­ren käl­ter sind und die Zahl der Erkäl­tun­gen wie­der ansteigt.

Refe­renz:

Gre­go­ry Sag­gio, DO; Sal­va­to­re Doci­mo, DO; Jen­ni­fer Pilc, DO; Jen­ni­fer Nor­ton, DO, RN; Wolf­gang Gil­li­ar, DO: Impact of Osteo­pa­thic Mani­pu­la­ti­ve Tre­at­ment on Secreto­ry Immu­no­glo­bu­lin A Levels in a Stres­sed Popu­la­ti­on. The Jour­nal of the Ame­ri­can Osteo­pa­thic Asso­cia­ti­on, March 2011, Vol. 111, 143–147.

 

Beson­de­rer Hin­weis:
Die hier beschrie­be­nen Dia­gno­se- und Behand­lungs­ver­fah­ren Osteo­pa­thie und Cra­nio­sa­cra­le The­ra­pie basie­ren auf der natur­kund­li­chen Erfah­rungs­me­di­zin und wer­den nur beschränkt von der all­ge­mei­nen Schul­me­di­zin aner­kannt. Die getrof­fe­nen Aus­sa­gen über Eigen­schaf­ten, Wir­kun­gen und Indi­ka­tio­nen beru­hen auf den Erkennt­nis­sen und Erfah­rungs­wer­ten der beschrie­be­nen Metho­de selbst und stel­len kein Heils­ver­spre­chen dar.
Bit­te beach­ten Sie dar­über hin­aus, dass alle hier auf­ge­zeig­ten Indi­ka­tio­nen nur bei­spiel­haft sind, die in kei­nem Fall ein Heil­ver­spre­chen bedeu­ten. Trotz auf­ge­führ­tem Anwen­dungs­bei­spiel kann eine Behand­lung im Ein­zel­fall auch nicht ange­zeigt sein.

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