Tin­ni­tus kommt aus dem Latei­ni­schen „tin­ni­re“ und steht für klin­geln, klim­pern oder schel­len. Statt­des­sen piepst, rauscht, pfeift oder summt es auf einem oder bei­den Ohren, ent­we­der dau­er­haft oder nur für ein paar Minu­ten.

In Deutsch­land sind etwa 3 Mil­lio­nen Men­schen von Tin­ni­tus betrof­fen, erst­ma­lig meist im Alter zwi­schen 40 und 50 Jah­ren, wobei der Anteil jün­ge­rer Pati­en­ten ste­tig steigt.

Ursa­chen kön­nen u.a. Stress, lau­te Umge­bung im All­tag, ein Hör­sturz oder Knall­trau­ma, emo­tio­na­le Erleb­nis­se oder kör­per­li­chen Stö­run­gen wie Blut­hoch­druck­sein. Daher wird der Tin­ni­tus auch unter­teilt in einen

  • objek­ti­ven Tin­ni­tus, der jene Ohr­ge­räu­sche umfasst, die der Kör­per ver­ur­sacht (z.B. Blut­strom­ge­räu­sche, mus­ku­lä­re Ver­span­nun­gen, atem­be­dingt) und in einen
  • sub­jek­ti­ven Tin­ni­tus für jene Ohr­ge­räu­sche, die ent­ste­hen, weil sie das Gehirn und/​oder das Gehör feh­ler­haft ver­ar­bei­tet.

Wann Osteo­pa­thie hel­fen kann

In der aku­ten Pha­se (bis ca. 6 Mona­te) hat die Osteo­pa­thie sehr gute Ansät­ze, Ohr­ge­räu­sche wirk­sam zu behan­deln. Etwa indem sie:

  • Druck­ver­hält­nis­se zwi­schen den bei­den Kör­per­höh­len des Bau­ches und des Brust­kor­bes aus­gleicht. Denn eine Druck­erhö­hung in einer die­ser zwei Kör­per­höh­len kann sich bis zum Schä­del hin aus­wir­ken und hier Tin­ni­tus aus­lö­sen. Zum Ein­satz kom­men u.a. zir­ku­la­to­ri­sche Behand­lun­gen des Zwerch­fells und des Schul­ter­gür­tels neben Fas­zi­en­tech­ni­ken.
  • Den Bereich rund um das Schlä­fen­bein (Os tem­po­ra­le) cra­ni­al behan­delt, wo das Gehör samt sei­ner Ner­ven­bah­nen sitzt. Dabei wird auf die knö­cher­nen Ver­bin­dun­gen und deren Mobi­li­tät geach­tet, die Beweg­lich­keit der Hirn­mem­bra­nen, der venö­se Abfluss und die umge­ben­den mus­ku­lä­ren und fas­zia­len Struk­tu­ren.
  • Die Wir­bel­säu­le, vor allem Hals- und obe­ren Brust­wir­bel­säu­le von (Ver-)Spannungen löst, zusätz­lich zu den sie umge­ben­den myo­fas­zia­len Struk­tu­ren, um so die arte­ri­el­len und venö­sen Ver- und Ent­sor­gun­gen des Schä­dels zu ver­bes­sern. Dazu kön­nen ganz sanf­te Tech­ni­ken ver­wen­det wer­den bis hin zum „Ein­ren­ken“, wie Mani­pu­la­tio­nen ger­ne umschrie­ben wer­den.
    • Das neu­ro­ve­ge­ta­ti­ve Ner­ven­sys­tem aus­gleicht, denn der Sym­pa­thi­kus, der „Stress­nerv“, beglei­tet alle Arte­ri­en und kann die­se bei Stress eng stel­len, was zu einer Unter­ver­sor­gung führt. Die Behand­lung erfolgt auch hier haupt­säch­lich in dem für den Kopf zustän­di­gen Bereich der Hals- und obe­ren Brust­wir­bel­säu­le.
    • Eine genaue Unter­su­chung und Behand­lung mög­li­cher Kie­fer- und/​oder Zahn/​Bissprobleme. Denn das bereits erwähn­te Schlä­fen­bein beinhal­tet nicht nur das Ohr, son­dern bil­det auch die Gelenk­pfan­ne des Kie­fer­ge­lenks. Des­halb kön­nen Pro­ble­me aus dem Kie­fer­be­reich auf das Schlä­fen­bein über­tra­gen wer­den und hier einen Tin­ni­tus aus­lö­sen.

    Nach einer Behand­lung ist es wich­tig, dass sich über­haupt etwas am Tin­ni­tus ändert. Das Geräusch geht nicht immer direkt weg, son­dern kann z.B. sei­ne Ton­art oder Ton­hö­he ändern, sei­ne Laut­stär­ke (manch­mal auch erst mal mehr) oder kommt nur noch in Inter­val­len. Dies zeigt aber, dass der Tin­ni­tus ver­än­der­bar ist und wei­te­re Behand­lun­gen­hilf­reich sein kön­nen.

Wenn Osteo­pa­thie nicht hilft

Osteo­pa­thie ist kein All­heil­mit­tel. Soll­ten nach drei Sit­zun­gen kei­ne Ände­run­gen ein­ge­tre­ten sein, so hilft Ihnen Ihr The­ra­peut ger­ne bei der Suche nach ande­ren The­ra­pie­mög­lich­kei­ten, wie akus­ti­scher Sti­mu­lanz, Tin­ni­tus-Retrai­ning-The­ra­pie TRT, Bio­feed­back, Toma­tis-The­ra­pie, Musik­the­ra­pie, Stress­be­wäl­ti­gung, HNO-Suche mit Tin­ni­tus­ana­ly­se nach Feld­mann, diver­se ande­re The­ra­pie­for­men in der Ent­span­nungs­the­ra­pie oder beglei­tet Sie osteo­pa­thisch im Fal­le einer medi­ka­men­tö­sen The­ra­pie.

Was kann ich selbst tun?

Tre­ten Ohr­ge­räu­sche erst­ma­lig auf, kann die­se Metho­de Abhil­fe schaf­fen:
Den klei­nen Fin­ger vor­sich­tig ein wenig ins Ohr ste­cken und war­ten, ob man tie­fer rut­schen darf. Dann vor­sich­tig dre­hen – in und gegen den Uhr­zei­ger­sinn. Die „schlech­te” Rich­tung bei­be­hal­ten. Nun war­ten, bis das Gewe­be sich ent­spannt und man etwas tie­fer sin­ken kann. Dann wie­der die fes­te Rich­tung in Bezug zur Dre­hung suchen. Die­ses Vor­ge­hen 3–4 mal wie­der­ho­len, etwas war­ten und dann schlag­ar­tig den Fin­ger raus­zie­hen!
Durch den Unter­druck im äuße­ren Gehör­gang wird das Trom­mel­fell mit­ge­zo­gen und die Gehör­knö­chel­chen wer­den „mani­pu­liert“. Führt die­se Tech­nik nach 3–5 Tagen zu kei­ner Bes­se­rung, ist ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einem osteo­pa­thisch arbei­ten­den Arzt oder Heil­prak­ti­ker ange­zeigt.

Beson­de­rer Hin­weis:
Die hier beschrie­be­nen Dia­gno­se- und Behand­lungs­ver­fah­ren Osteo­pa­thie und Cra­nio­sa­cra­le The­ra­pie basie­ren auf der natur­kund­li­chen Erfah­rungs­me­di­zin und wer­den nur beschränkt von der all­ge­mei­nen Schul­me­di­zin aner­kannt. Die getrof­fe­nen Aus­sa­gen über Eigen­schaf­ten, Wir­kun­gen und Indi­ka­tio­nen beru­hen auf den Erkennt­nis­sen und Erfah­rungs­wer­ten der beschrie­be­nen Metho­de selbst und stel­len kein Heils­ver­spre­chen dar.
Bit­te beach­ten Sie dar­über hin­aus, dass alle hier auf­ge­zeig­ten Indi­ka­tio­nen nur bei­spiel­haft sind, die in kei­nem Fall ein Heil­ver­spre­chen bedeu­ten. Trotz auf­ge­führ­tem Anwen­dungs­bei­spiel kann eine Behand­lung im Ein­zel­fall auch nicht ange­zeigt sein.

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